Krankheitsbilder

Wichtige Krankheitsbilder und ihre Bedeutung für eine optimale Pflege und Versorgung

Alzheimer-Krankheit/ Demenz

Wussten Sie, dass Demenzkranke eine Palliativversorgung benötigen können?
Eine Demenz (lateinisch „dementia“, „ohne Geist“) bedeutet eine Abnahme von alltäglichen Fähigkeiten, ob emotional, sozial oder eben geistig. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis lässt nach, ebenso betroffen sind häufig Sprache und Motorik. Es erkranken in hohem Maße ältere Menschen; so liegt der Anteil Demenzkranker unter den 75- bis 79-Jährigen bereits bei rund sechs Prozent, bei den 80- bis 84-Jährigen sind es bereits über 13 Prozent. Oft verschmelzen in der Wahrnehmung Vergangenheit, Realität oder gar Traum miteinander. Demenzkranke fühlen sich häufig orientierungslos, weil sie nicht mehr ausreichend auf früheres Wissen zurückgreifen können. Die Krankheit ist leider (noch) nicht heilbar. Laut „Apotheken Umschau“ besteht jedoch Hoffnung auf eine Früherkennung durch einen Bluttest. US-Forscher wollen die Erkrankung so bereits zwei bis sechs Jahre vor dem Auftreten von Symptomen feststellen können.
Für die Pflege bedeutet eine Demenz, dass wir uns sehr viel Zeit nehmen und bestimmte Verhaltensweisen richtig zu deuten wissen. Dazu zählt zum Beispiel eine Auseinandersetzung mit der Biografie des Bewohners, um ihn zu verstehen. Vertraute Gegenstände und eine individuell angepasste Umgebung fördern ebenso das Wohlbefinden. Einige Patienten können relativ lange selbstständig ihren Alltag mit teilweiser Unterstützung meistern. Im fortgeschrittenen Stadium benötigen sie jedoch umfassende Betreuung, denn die Muskulatur baut ab. Die Folge sind größere Sprachprobleme, Inkontinenz und Bettlägerigkeit. Auch selbstständiges Essen ist dann meist nicht mehr möglich. Schreitet die Krankheit weiter fort, kann durchaus eine inividuell angepasste Palliativversorgung nötig werden.

Beatmungspatienten

Zur Versorgung von Beatmungspatienten wird viel Erfahrung, Knowhow und Einfühlungsvermögen benötigt. In unseren Häusern werden diese Patienten seit 9 Jahren versorgt. Gründe für eine Beatmung sind unter anderem Unfälle, ALS, Lungenerkrankungen, zum Teil auch Operationen.

Krebs

In Deutschland erkranken rund 400.000 Menschen jährlich an Krebs. Besonders im Alter von über 60 Jahren tritt Krebs häufiger auf. Es gibt viele miteinander verwandte Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen, sich teilen und gesundes Gewebe angreifen. Die Heilungschancen sind je nach Krebsart und Stadium unterschiedlich und teilweise sehr aussichtsreich. So gilt mittlerweile eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von gut 50 Prozent. Nach dieser 5-Jahres-Überlebenszeit haben die Patienten häufig eine ähnlich günstige Lebenserwartung wie andere Gleichaltrige.
In der Betreuung und Pflege von Krebskranken steht die Förderung der individuellen Lebensqualität im Vordergrund. Dies kann zum Beispiel durch eine gezielte Schmerztherapie, eine gesunde und gute Ernährung sowie durch viel Zuwendung erfolgen.

Multiple Sklerose/ MS

MS stellt eine Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems dar, die chronisch-entzündlich ist und vor allem im jungen Erwachsenenalter, vor allem bei Frauen, auftreten kann. Die Ursachen dieser unheilbaren Krankheit werden noch erforscht. Der Verlauf von MS kann durch verschiedene Maßnahmen und Medikamente positiv beeinflusst werden. Übrigens bleiben die meisten Patienten noch lange gehfähig, eine schwere Behinderung muss nicht zwingend auftreten. Ganz wichtig ist es, dass die Patienten ihre Unabhängigkeit und Selbstständigkeit so weit wie möglich erhalten. Hier kommt es auch auf ein gutes Zusammenspiel von Pflegenden, Angehörigen, Ärzten und Physiotherapeuten an. Die Krankheit geht in Schüben einher, häufig treten Symptome wie Spastik, Depressionen, Blasenfunktionsstörungen und Schmerzen auf, die eine besondere und auch sehr individuelle Betreuung und Versorgung benötigen. Eine ausgewogene, vitamin- und ballastreiche Ernährung kann die Lebensqualität verbessern. In all diesen wichtigen Punkten sind wir für unsere MS-Patienten da.

Schlaganfall

Wenn die Blutversorgung des Gehirns akut gestört ist, können die Nervenzellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden – diese mangelhafte Durchblutung oder eine Hirnblutung führen häufig zu einem Ausfall von Funktionen des Zentralen Nervensystems. Die Folge können Lähmungen und Sprachstörungen sein. Insofern ist bei der Betreuung eine intensive Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Logopäden sehr sinnvoll, um die Körperwahrnehmung des Patienten zu fördern und auch die sensomotrischen Fähigkeiten wieder herzustellen.

Wachkoma

Das Apallische Syndrom wird durch sehr schwere Hirnschädigungen hervorgerufen, die zum Beispiel durch ein Schädel-Hirn-Trauma oder Sauerstoffmangel entstehen können. Ein Autounfall kann Grund für eine solche Hirnschädigung sein. Wachkomapatienten wirken wach, haben aber keine bewussten Wahrnehmungen und können nicht sprachlich kommunizieren. Schlafstörungen sowie eine Blasen- und Darminkontinenz sind weitere Auswirkungen.
Wachkomapatienten werden durch eine Ernährungssonde in der Bauchwand künstlich ernährt und physiotherpateutisch betreut, um die Lebensfunktionen zu sichern und die Lebensqualität zu verbessern. Umfassende ärztliche Betreuung sowie ein integriertes pädagogisch-pflegerisches Konzept sorgt so für eine deutliche Verbesserung der physischen und psychischen Leistungen. Wir sorgen für eine solche kompetente, persönliche Betreuung.

Weitere Informationen:

Deutche Krebshilfe e.V.

www.krebshilfe.de

eigenes leben – Hilfen für Kinder mit Schmerzen oder lebensverkürzenden Erkrankungen e.V.

www.eigenes-leben-ev.de

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V.

www.dgss.org

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.

www.dgpalliativmedizin.de